Moralische Klugheit zwischen Prinzipien,
Intuition und spezifischer Expertise.
Was heißt es, Ethik anzuwenden?
1.-3. März 2010, Martin-Niemöller-Haus,
Arnoldshain/Taunus
Zum neunten Mal
laden wir zum WORKSHOP ETHIK ein, der sich als Diskussionsforum über die
Grundlagen ethischer Reflexion versteht und mit dem wir Ethiker/innen
verschiedener Disziplinen über metaethische Fragen
ins Gespräch bringen wollen. Im WORKSHOP ETHIK 2010 werden Begründungen,
Grundlagen und Grenzen angewandter Ethik im Mittelpunkt stehen.
In Philosophie und Theologie wird die Bedeutung, die
ethische Argumentationen für moralische Problemfelder in Wissenschaft, Politik
und Gesellschaft haben, seit den 1980er Jahren wieder intensiv diskutiert. Was
heißt es dabei, dass „Ethik angewandt“ wird? Oder sollte doch eher von
„Bereichsethiken“ gesprochen werden? Suchen wir zuerst nach allgemeinen
moralischen Regeln, die wir in konkreten Situationen dann anwenden? Oder finden
wir die moralisch richtige Handlung nur jeweils in den konkreten Situationen
selbst, um diese Erkenntnisse dann zu verallgemeinern? Gibt es Unterschiede
zwischen einem grundsätzlichen und einem situationsbezogenen
moralisch-praktischen Diskurs? Wie kann es in einer pluralen und funktional
ausdifferenzierten Gesellschaft zu gemeinsamer ethischer Urteilsfindung kommen?
Ist Rawls’ Idee des „Überlegungsgleichgewichts“ dabei
eine Hilfe?
Von Bedeutung für „angewandte Ethik“ ist auch, wie das
ethisch zu reflektierende Problemfeld wahrgenommen wird. Gerne wird von der
„Sachgerechtheit“ oder „Angemessenheit“ des ethischen Urteils gesprochen. Aber
was bedeutet dies? Welche Rolle spielt die fachliche Expertise, wie sind
bereichsspezifische Rationalitäten mit dem ethischen Urteil zu verknüpfen? Wie
können unterschiedliche Formen des Wissens dabei in Beziehung gesetzt werden?
Welche Bedeutung haben normative Implikationen der verschiedenen
Fachdisziplinen und Ansätze bei ethischen Urteilen über ein bestimmtes Problem?
Wann wird z.B. ein Forschungsvorhaben in den Biowissenschaften zum moralischen
Problem? Für die „angewandte Ethik“ sind selbstverständlich interdisziplinäre
Ansätze relevant: wie kann eine „interdisziplinäre Ethik“ aussehen? Was
bedeutet es, wenn in solchen Zusammenhängen von „Ethik als
Integrationswissenschaft“ gesprochen wird?
Am WORKSHOP ETHIK werden mit Prof. Dr. Konrad Ott und
Prof. Dr. Rupert Scheule (angefragt)
Wissenschaftler/innen teilnehmen, die sich bereits als Expert/innen
zu diesen Fragen einen Namen gemacht haben. Alle weiteren Statements werden von
den Teilnehmern/innen selbst übernommen.
Wir laden Sie herzlich ein, die Diskussionen beim neunten Workshop Ethik durch ein 20-minütiges Referat anzuregen. Bitte schicken Sie uns den Titel und die wesentlichen Inhalte Ihres Referates bis zum 1.12.2009 auf ein bis zwei DIN A4-Seiten per E-mail an cfp@workshop-ethik.de. Aus den Einsendungen werden wir geeignete Referate auswählen. Die Teilnehmer/innen, die ein Referat übernehmen, müssen keine Tagungsgebühr bezahlen und erhalten eine Fahrtkostenerstattung. Wenn Sie kein Paper einreichen wollen, aber an einer Teilnahme interessiert sind, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf, damit wir Ihnen eine Einladung und das Tagungsprogramm zuschicken können. Es wäre schön, mit Ihnen beim neunten Workshop Ethik ins Gespräch zu kommen!
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Prof.
Dr. Gerhard Kruip Uni Mainz, Kath.-Theol. Fak. Saarstr. 21, Forum 4 55099 Mainz Im Auftrag des
Forschungsinstituts für Philosophie Hannover, www.fiph.de |
Dr. Gotlind Ulshöfer |
Dr. Georg Horntrich |
Prof. Dr. Bernhard Emunds |
Informationen zu der
Tagungsreihe Workshop Ethik finden Sie im Internet unter www.workshop-ethik.de. Die Papers
senden Sie bitte an cfp@workshop-ethik.de.