Praktische Vernunft
zwischen Egoismus und Altruismus, Pflicht, Verdienst und gutem Leben
14. - 16. März 2006,
Martin-Niemöller-Haus, Arnoldshain/Ts.
Wenn Menschen
mit moralischen Ansprüchen konfrontiert sind, dann wird ihnen zugemutet, zu
eigenen Bedürfnissen und Interessen auf Distanz zu gehen. In Bezug auf
gegenwärtige Bedürfnisse und Interessen fordern sogar diejenigen eine solche
Distanzierung, die moralische Regeln allein aus dem Interessekalkül rationaler
Egoisten herleiten wollen. Für sie besteht Moral geradezu darin, dass die
Beteiligten einen augenblicklichen Vorteil nicht realisieren, wenn sie dadurch
längerfristig ihre Lebens- und Entfaltungschancen verbessern können. Abgesehen
von dieser Position spricht man von einer moralischen Reflexion im Allgemeinen
nur dann, wenn sich die Reflektierenden darum bemühen, die eigenen Interessen
zumindest zu relativieren und die Bedürfnisse und Interessen aller Betroffenen
einzubeziehen.
Aber
ist Moral deshalb eine Verpflichtung zu Altruismus? Legt sie uns darauf fest,
immer und nur das zu tun, was für die anderen – oder für alle – am besten ist?
Muss es nicht auch in der Moral Grenzen der Zumutbarkeit geben, die sich aus
dem Charakter des zu realisierenden Guten oder aus dem Maß der zu erbringenden
Leistung ergeben? Werden solche Grenzen nicht gerade um der Moral willen
dringend gebraucht – weil Moral durch moralische Überforderung untergraben
werden kann – und wie werden diese Grenzen bestimmt? Wenn es solche Grenzen der
moralischen Verpflichtung gibt, dann sind Handlungen jenseits dieser Grenzen
zwar unter ethischer Rücksicht – z.B. mit Blick auf das Ziel eines guten Lebens
für alle – positiv zu würdigen, zu ihnen ist aber niemand moralisch
verpflichtet. Aufgrund welcher Kriterien können Handlungen, die moralisch nicht
verpflichtend sind, ausgezeichnet werden und wie sind diese von moralischen
Pflichten zu unterscheiden?
Zum fünften Mal laden wir zum Workshop Ethik ein, mit
dem wir Ethiker/innen verschiedener Disziplinen über metaethische
Fragen ins Gespräch bringen wollen. An der Tagung werden mit Prof. Dr. Traugott Jähnichen,
Prof. Dr. Christa Schnabl
und Dr.
Wir laden Sie daher herzlich ein, die Diskussionen beim
fünften Workshop Ethik durch ein max. 20-minütiges Referat anzuregen. Wenn Sie
dazu bereit sind, bitten wir Sie, uns (nach Möglichkeit per E-Mail an cfp@workshop-ethik.de) bis zum
30.11.2005 den Titel und die wesentlichen Inhalte Ihres Referates auf ein bis
zwei DIN A4-Seiten zuzuschicken. Aus den Einsendungen werden wir geeignete
Referate auswählen. Die Teilnehmer/innen, die ein Referat übernehmen, müssen
keine Tagungsgebühr bezahlen und erhalten eine Fahrtkostenerstattung. Auch wenn
Sie kein Paper einreichen wollen, aber an einer Teilnahme interessiert sind,
nehmen Sie bitte Kontakt mit der Evangelischen Akademie Arnoldshain
auf, damit wir Ihnen eine Einladung und das Tagungsprogramm zuschicken können.
Dr.
Evangelische Akademie Arnoldshain Katholische Akademie Rabanus
Maurus
Schmitten im Taunus Frankfurt
am Main
ulshoefer@evangelische-akademie.de horntrich@karm.de
apl. Prof. Dr. Gerhard Kruip PD Dr.
Forschungsinstitut für Nell-Breuning-Institut
der Hochschule
Philosophie Hannover St. Georgen, Frankfurt am
Main
kruip@fiph.de emunds@st-georgen.uni-frankfurt.de