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Es ist unter Ethikern/innen weitgehend unumstritten, dass sich normative Aussagen nicht in der Welt empirischer Tatsachen vorfinden lassen und ein Schluss von Deskriptionen auf Präskriptionen unzulässig ist (Humesches Gesetz). Zugleich bilden aber konkrete sittliche Urteile immer eine Synthese von empirischen und normativen Elementen. Die Situation, in der sich ein Handelnder befindet, ist sicherlich von Bedeutung für die Frage, was man moralisch von ihm fordern kann. Ultra posse nemo tenetur. Dabei ist erstens oft durchaus unklar, welche Elemente der Situation als unveränderlich, welche anderen als veränderlich und welche damit als moralischer Zielsetzung zugänglich betrachtet werden müssen, z.B. in der Unternehmensethik unter den Bedingungen einer kapitalistischen Marktwirtschaft. Empirische Fragen stellen sich zweitens auch dort, wo es um die Zugehörigkeit oder Nicht-Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen von Entitäten geht, die eine bestimmte moralische Behandlung verdienen, etwa beim Problem des moralischen Status des menschlichen Embryo. Drittens schließlich stehen Ethiker/innen vor der Frage, mithilfe welcher Theorien sie den Gegenstandsbereich des ethischen Urteils erfassen sollen: Haben die Theorien verschiedene ethische Implikationen? Dürfen oder sollen ethische Aspekte bei der Auswahl adäquater Theorien eine Rolle spielen? Wie können Ethiker/innen der doppelten Herausforderung gerecht werden, einerseits realitätsbezogen und anwendungsorientiert zu argumentieren, andererseits aber nicht in die Falle naturalistischer Fehlschlüsse zu tappen?
14.00 Begrüßungskaffee
14.15 Einstieg:
Arbeitsweise und Programm des Workshops, Vorstellungsrunde
EINFÜHRUNG
16.00 Pause
VON DER PERSON ZUM SOLLEN
16.15
Zwischen Zellhaufen und Menschenwürde. Der
menschliche Embryo als anthropologischer Stellvertreter
Dr. Heike Baranzke,
Tübingen
17.15 Pause
17.30
Begründen zwischen Erklären und Verstehen – zur aporetischen Struktur der delegierenden Vernunft
René Thun,
M.A., Marburg
18.30 Abendessen
ABENDVORTRAG
19.30 Empirical Ethics – Context Sensitivity or Contextuality?
Prof. Dr. Albert W. Musschenga, Amsterdam
8.30
Frühstück
VON DER LEBENSWELT ZUM
SOLLEN
9.00 Spuren des
Seins im Sollen. Das lebensweltliche Fundament der Ethik
Prof. Dr.
Armin Grunwald, Karlsruhe
10:00 Pause
10.15
Überlegungen zur Interdependenz von Sein und Sollen
im Anschluss an Hegel
Dr. Angelika Kress,
Stuttgart
11.15 Pause
11.30 Gut und Zugutekommen
Prof. Dr. Winfried Franzen, Erfurt
12.30
Mittagessen
VOM SOLLEN ZUM HANDELN
15.00 Normative
Idealisierung und Faktizität in der Ökonomik
PD Dr. Michaela Haase, Berlin
16.00 Pause
16.15
Die Kluft zwischen politischer Praxis und
philosophischer Theorie am Beispiel von Fraser und Honneth
Susanne Schmetkamp,
M.A., Bonn
17.15
Pause
... UND ZURÜCK
17.30
Der blinde Fleck des Kontraktualismus.
Zur implizit normativen Funktion deskriptiver Elemente in kontraktualistischer
Moralbegründung
Michael Kühler, M.A.,
Erlangen-Nürnberg
18.30 Abendessen
8.30 Frühstück
9.15 Zwischenstände, Kreisbewegungen
und Argumentationsvektoren. Zur unausweichlichen Aporetik
angewandter Ethik
Jun.- Prof. Dr. Peter Dabrock, Marburg
10.15 Pause
10.30 Abschlussdiskussion: Einführung und
Diskussionseröffnung PD Dr. Michael
11.30 Pause
11.45 Auswertung und
Ausblick auf den Vierten Workshop Ethik 2005
12.30 Ende der Tagung
mit dem Mittagessen
Tagungsleitung:
Dr. Bernhard Emunds, Dr. Georg Horntrich, apl. Prof. Dr. Gerhard Kruip,
Dr. Gotlind Ulshöfer
Tagungsort:
Evangelische Akademie Arnoldshain
Martin-Niemöller-Haus
61389 Schmitten
Anfahrtsbeschreibung: www.evangelische-akademie.de/anfahrtskizze.htm