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"Was haben wir
schon zu sagen?"
Zum Profil ethischer Argumente
und zur Rolle der Ethiker/innen im praktischen Diskurs
Erster Workshop Ethik vom 6. bis 8. März 2002 in Arnoldshain (Taunus)
Folgt man der Diskursethik, der im deutschen Sprachraum
wohl (noch) vorherrschenden Moraltheorie, so gibt es im praktischen Diskurs
keine moralische Spezialisten/innen. Damit stellt sich die Frage, was
Ethiker/innen zur gesellschaftlichen Suche nach einem begründeten Konsens in
moralischen Fragen überhaupt beitragen können. Worin besteht noch das
"Geschäft" eines Ethikers oder einer Ethikerin, wenn "erst
einmal" die neuzeitliche Moral präzise rekonstruiert und die Bedingungen
für nicht oder kaum verzerrte Verständigungsprozesse identifiziert wurden?
Die derzeit recht beliebte Einrichtung von Ethikräten in Krankenhäusern, Forschungseinrichtungen,
bei Parlamenten, Ministerien und Regierungen offenbart
für viele Institutionen einen hohen Bedarf an ethischer Beratung. Die
Berufung philosophischer und theologischer Ethiker/innen in diese Räte zeigt,
dass man von diesen hilfreiche Beiträge zur Bestimmung des Gesollten,
Erlaubten und Verbotenen erwartet. Faktisch jedoch scheinen für die
Arbeitsergebnisse dieser Kommissionen die Beiträge von Mediziner/innen,
Naturwissenschaftler/innen oder Jurist/innen bedeutsamer zu sein als die der
Ethiker/innen. Können sich Ethiker/innen an den hohen Erwartungen, die an Sie
gerichtet werden, messen lassen? Was können sie tun, um ihnen
gerecht werden? Oder sollten sie sich auf die Bearbeitung abstrakter
metaethischer Fragen zurückziehen?
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(Zur Verfügung gestellte Papers und e-mail-Adressen sind
als Links hinterlegt)
Mittwoch,
6. März 2002
13:30 Uhr Begrüßungskaffee
14:00 Uhr Einstieg: Arbeitsweise und Programm des Workshops,
Vorstellungsrunde
Ethische Beratung
15:00 Uhr Die Rolle der Ethiker/innen in Beratungsgremien
Prof. Dr. Dieter Birnbacher, Universität Düsseldorf
17:30 Uhr Ethische Beratung in den Niederlanden - eine Perspektive für
die deutsche Entwicklung?
Christian Lenk, Universität Münster
18:30 Uhr Abendessen
Religiöse Rede im ethischen Diskurs
19:30 Uhr Das theologische Argument im öffentlichen Diskurs
Prof. Dr. Elisabeth Gräb-Schmidt, Universität Gießen
20:15 Uhr Über welche Macht verfügen Theologen/-innen im öffentlichen
Diskurs über ethische Streitfragen?
Prof. Dr. Hans-Joachim Sander, Universität Salzburg
Donnerstag,
7. März 2002
08:30 Uhr Frühstück
Rückkehr zur materialen Ethik?
Mit Korreferaten von Prof. Dr. Arno Anzenbacher, Universität Mainz
9:00 Uhr Ethik, Anthropologie und Metaphysik
PD Dr. Friedrich Lohmann, Universität Tübingen
11:00 Uhr Genügt eine formale Gerechtigkeit? Zum Konzept der sozialen
Pathologie
Axel Bohmeyer, Philosophisch-Theologische Hochschule St. Georgen,
Frankfurt/Main
12:30 Uhr Mittagessen
Pluralität und Verbindlichkeit
15:00 Uhr Metaethische Reflexionen zum Verhältnis von
"Angewandter Ethik" und "Bereichsethiken"
Dr. Peter Dabrock, Universität Bochum
16:00 Uhr Kooperation und divergierende Gewissheitshorizonte
Dr. Ralf Stroh, Universität Tübingen
16:00 Uhr Konsens - Kompromiss - Toleranz
Prof. Dr. Dietmar Mieth, Universität Tübingen
18:30 Uhr Abendessen
Freitag,
8. März 2002
08:30 Uhr Frühstück
Über die Diskursethik hinaus?
9:00 Uhr Integrität als Grundlage einer modernen Moralphilosophie
Elif Özmen, Berlin
11:00 Uhr Wiederkehr des Verdrängten: Die Subjektivitätstheorie meldet
sich in der Diskursethik zurück
Dr. Angelika Kress, Akademie für Technikfolgenabschätzung, Stuttgart
Tagungsabschluss
11:00 Uhr Schlussdiskussion
12:30 Uhr Ende der Tagung mit dem Mittagessen
Tagungsleitung: Dr. Gotlind Ulshöfer, apl. Prof. Dr. Gerhard Kruip,
Dr. Bernhard Emunds
Grundlage für die Einladung war das folgende Call for Papers.
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